Was man bei der Chemo machen kann, damit sie erträglich wird

Jetzt gehts ans Eingemachte! Das interessiert doch jeden, dem eine PEB-Chemo bevorsteht! Wie immer kann ich nur auf meine persönlichen Erfahrungen eingehen, und meine Chemo ist gerade mal zur Hälfte durch, aber Einiges kann ich, denke ich, schon beisteuern, um anderen die Chemo zu erleichtern.

1. Schüssler-Salze
Zuerst muss man seinen behandelnden Arzt fragen, ob es für ihn in Ordnung geht, wenn man Schüssler-Salze nimmt. Die meisten Ärzte vertreten aber den Standpunkt: “Alles, was die Chemo nicht direkt beeinträchtigt und dem Patienten hilft (ob Placebo oder nicht), soll der Patient ruhig machen.” Trotzdem gibt es Ärzte, die Homöopathie oder Schüssler-Salze ablehnen, und mit seinem Arzt sollte man sich wohl nicht anlegen – den braucht man im Laufe der Behandlung nämlich immer wieder…
Also, Schüssler-Salze sind eine Art homöopathisches Mittel, das auf Mineralien basiert. Was bei mir während der Chemo wirklich geholfen hat, vor allem in den 4-5 Tagen nach der Cisplatin-Woche (man bekommt ja in der ersten Woche des dreiwöchigen Zyklus jeden Tag Cisplatin), ist das Schüssler-Salz Nummer 5. Ich habe sofort, nachdem ich einige Tabletten genommen hatte, gemerkt, dass ich weniger abgeschlagen war. Also nehme ich nach Bedarf, wenn ich mich so richtig fertig fühle, 3 Mal täglich Schüssler-Salz Nummer 5 (Kalium-Phosphoricum), und zwar jeweils 3 Tabletten.
Es ergibt auch Sinn, denn Kalium ist ein wahnsinnig wichtiges Mineral, dass man während der Cisplatin-Woche auch in Form seiner zahlreichen Infusionen verabreicht bekommt, aber eben in den anderen beiden Wochen des Zyklus nicht. Kalium ist auch für viele der Symptome bei einem schweren Kater (also dicker Schäden nach Alkohol – nicht dicke Katze) verantwortlich, weshalb man bei Kater Bananen essen soll. Das führt mich dann direkt zum nächsten Eintrag: die Ernährung! Aber zwei ganz wichtige Punkte gibt es noch:

2. Bewegung
Natürlich ist man während der Chemo schlapp. Man sollte auch keinen Extremsport betreiben. Aber jeden Tag mindestens 30 Minuten spazieren gehen oder langsam Fahrrad fahren muss eigentlich sein. Zum einen, weil man nur draußen im Tageslicht Vitamin D bildet (was für den Kalziumhaushalt und die Vermeidung von Depressionen sehr wichtig ist), und zum anderen, weil man, wenn man sich nur zurückzieht und immer im Bett liegt, schwach, einsam, traurig und nicht besonders schnell gesund wird.

Also, nicht immer nur rumliegen! Erholung und Schlaf sind natürlich wichtig und manchmal kann man eben nicht mehr anders, als zu schlafen. Aber es ist mindestens genau so wichtig, die Stunden zu nutzen, in denen man fit ist (und die Wochen, denn in den 2 Wochen nach der Cisplatin-Woche geht es einem an vielen Tagen richtig gut!).

Außerdem fördert die Bewegung, wie vorher schon erwähnt, das Wohlbefinden und hilft, dabei eine positivere Grundhaltung zu bewahren. Ach ja, das war ja noch sehr wichtig:

3. Die positive Einstellung
Egal, wie groß die Metastasen sind, wie viele Zyklen man bekommen hat und wie blöd die Situation gerade ist – man darf das Ziel nicht aus den Augen lassen und das Ziel ist es, gesund zu werden. Statt sich zu quälen, weil man so gerne gesund wäre und normal weiterleben möchte, kann man sich auch an den kleinen Dingen freuen, wie beispielsweise, dass man die Nacht durchgeschlafen hat. Oder man geht einfach mal Pizza essen, weil man Pizza eben geil findet und weil das Leben auch während der Chemo nicht vorbei ist, es ist eben ein bisschen eingeschränkt.
Und ja, es gibt auch Momente, in denen man keinen Bock mehr auf die ganze Scheiße hat. Ich selbst hatte 3 Tage lang schweren Durchfall und wenn man dann das 15. Mal aufs Klo geht, morgens um 5:45 Uhr, nachdem man in der Nacht schon 14 Mal war, dann macht das Ganze keinen Spaß mehr. Aber gut, den Durchfall habe ich dann doch mit Schüssler-Salzen besiegt und zur Belohnung, war ich sehr lecker Essen! Das hat mich dann wieder glücklich gemacht (zugegeben, ich bin zwar normalgewichtig, aber liebe gutes Essen sehr, leckeres Essen ist ein Grundpfeiler meiner Lebensqualität!).
Aber man kann sich auch auf andere Weise belohnen, indem man während der Chemo Dinge tut, zu denen man vielleicht normalerweise nicht kommt, solange die Blutwerte in Ordnung sind (werden ja regelmäßig geprüft). So kann man ins Kino gehen, ein alkoholfreies Weißbier in einer gemütlichen Kneipe trinken gehen, oder einfach lang und ausgiebig spazieren gehen. Hauptsache, man genießt sein Leben an den Tagen, die es zu genießen gilt. Denn sobald man sich selbst fertig macht, macht die Chemo einen erst recht fertig.
Um seine geistige Haltung ein wenig zu verbessern gibt es ja auch Techniken: Meditation, Autogenes Training, Beten, oder einfach die Unterhaltung mit engen Freunden – egal, was einem davon am besten gefällt, es hilft alles gleichermaßen und kann den Verlauf und die Symptome der Chemo nachweislich zum positiven Verändern. Denn wenn man eine Nebenwirkung erwartet, dann tritt sie auch ein. Wenn man jedoch fest davon ausgeht, dass das Ganze nicht so schlimm wird, dann wird es auch nicht so schlimm. (Nachzulesen oder Nocebo und Placebo).

Ich hatte mir damals fest vorgenommen, dass meine Chemo weniger schlimm wird, als ein richtiger Kater (ich habe jedes Mal “Kater from Hell” mit Kotzen und Schmerzen bis 20:00 Uhr am Tag nach dem Alkohol) und deswegen sind die Nebenwirkungen jetzt auch weniger schlimm als der Kater! Es ist sogar deutlich angenehmer als ein Kater! Die Erwartungshaltung spielt eben eine große Rolle, deswegen sollte man niemals vom Schlimmsten ausgesehen, sondern sich eine positiv realistische Erwartung erschaffen. (Denn der Glaube, “ich merke von der Chemo bestimmt gar nichts”, ist auch ein wenig übertrieben und wird wohl nicht funktionieren…).

Also, MACHT ES GUT, es liegt auch in eurer Hand!

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